ElGraf

Gefühltes Unternehmenspersönlichkeitsrecht

Posted in Uncategorized by elgraf on June 1, 2010

Über das so genannte Unternehmenspersönlichkeitsrecht habe ich ja schon ein paar mal mit Herrn RA Stadler “diskutiert“. Zur Einführung in die Problematik noch ein kurzes Zitat zum Thema aus einem Artikel, der im Grundsatz nicht im Verdacht stehen dürfte, eine einseitig unternehmens(persönlichkeitsrechts)freundliche Tendenz aufzuweisen.

Auch Unternehmen kommt ein sozialer Geltungsanspruch zu. Die darauf basierende Rechtsfigur des Unternehmenspersönlichkeitsrechts ist nicht umstritten, wohl aber ihr Umfang. (Hervorhebung von mir)

Herr RA Kompa liefert nun in einem von ihm autorisierten, aber falsch abgedruckten, obwohl vorher noch einmal vorgelegten und zu allem Überfluss auch noch “presserechtlich bedenklichen” Interview (oder so ähnlich, habs leider nicht ganz verstanden und tut hier auch nix zur Sache) ein wirklich schlagendes Argument gegen ein solches Unternehmenspersönlichkeitsrecht:

Oft ist in den Hamburger Urteilen auch von einem „Unternehmenspersönlichkeitsrecht“ die Rede – ein ziemlich diffuser Begriff. Als ob ein Unternehmen Gefühle hätte wie ein Mensch. (Hervorhebung von mir)

Unternehmen haben ja keine Gefühle wie ein Mensch. Ach so. Stimmt, das macht das Unternehmenspersönlichkeitsrecht als Begriff schon sehr “diffus” und im Grunde abwegig. Durchaus operationalisierbar erscheint das Ganze hingegen zahlreichen wissenschaftlichen Kommentatoren genauso wie zahlreichen Gerichten (nein, nicht nur der bösen Hamburger Pressekammer; siehe noch mal die weiter oben zitierte Aussage), aber so was kann man in einem knappen Interview natürlich nicht akkurat darstellen.

Ich könnte jetzt noch weitere juristisch fragwürdige, weil einseitig argumentierte Aussagen aus dem Interview zerpflücken. Ist aber hier nicht das Thema.

Interessant ist dann schon noch die Bildunterschrift (wahrscheinlich natürlich nicht autorisiert, weswegen ich mich davon aufs deutlichste distanziere) beim nicht autorisierten Interview im “Journalist”:

Anwalt, Blogger, Hobbyzauberer: Markus Kompa – “Außer mir äußert sich öffentlich eigentlich kein Anwalt detailliert über die Pressekammer Hamburg.”

Das ist, wenn es denn stimmt, wirklich (!) schade.

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